2009

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Joseph Haydn: Die Schöpfung

Reise nach Verona

Joseph Haydn: Die Schöpfung

Sonntag, 04. Oktober 2009, 16.00 Uhr, Stadthalle Enns

Am Sonntag, 04. Oktober 2009, wurde in der Stadthalle Enns

Die Schöpfung - Oratorium für Soli, Chor und Orchester, Hob XXI:2

von Joseph Haydn aufgeführt.

Ausführende

Gabriel / Eva (Sopran): Judith Hoff

Judith Hoff (Storz) begann ihre Ausbildung an der Musikhochschule Köln als Geigerin. Nach einem absolvierten Schulmusik- und Lateinstudium wechselte sie das künstlerische Hauptfach und studierte Gesang bei Kammersänger Prof. Hans Sotin. Diverse Meisterkurse u. a. bei Irvin Gage und Klesie Kelly rundeten ihre gesangliche Ausbildung ab, bei der zunächst die Opernliteratur im Mittelpunkt stand. Als lyrischer Koloratursopran sammelte sie Bühnenerfahrung, gastierte u.a. mit der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte und sang die Titelpartie in Hartmanns 1934 komponierter Oper Simplicius Simplicissimus. Schließlich vervollständigte sie ihre Ausbildung mit dem Konzertexamen, das sie künstlerisch in andere Richtungen führte. Liederabende, Kammermusik, Konzert und Oratorium bilden nun den Schwerpunkt ihres musikalischen Schaffens. Durch ihre ständige Auseinandersetzung mit der Musik des 20. Jahrhunderts hat sie sich auch auf diesem Gebiet zu einer gefragten Interpretin entwickelt, die regelmäßig für die Uraufführung zeitgenössischer Werke verpflichtet wird.

Uriel (Tenor): Markus Miesenberger

Markus Miesenberger, gebürtiger Linzer, studierte an der Wiener Musikuniversität bei KS Prof. Robert Holl Lied und Oratorium bzw. Oper bei Prof. Theimer. Er konzertierte bei verschiedensten Festivals wie Styriarte, Carinthischer Sommer, Musica sakra, Brucknerfest und Brucknertage St. Florian und tritt regelmäßig im Grazer Stephaniensaal, der Grazer Helmut Liszt Halle und im Wiener Konzerthaus auf. Sein Operndebut gab er im Wiener Schlosstheater Schönbrunn in Carl Orffs „Die Kluge“ und in der Operette von Johann Strauß „Die Fledermaus“. Seit der Saison 2008/2009 ist er als Gast am Linzer Landestheater in Stephen Sondheims „Sweeney Todd“ zu sehen.

Raphael / Adam (Bass): Michael Wagner

Der ausgebildete Lehrer (Theologie/Germanistik) absolvierte zunächst Gesangsstudien am Konservatorium der Stadt Wien und am Brucknerkonservatorium Linz. Meisterkurse bei Ks Walter Berry, Margreet Honig und Josef Loibl und Ks Brigitte Fassbaender. Engagements u.a. beim Brucknerfest Linz, beim Klangbogen Wien, in Bad Ischl (Frank in der Fledermaus/Regie: R. Meyer) oder auch an der Wiener Kammeroper. 2004 bis 2007 ist er Ensemblemitglied am Tiroler Landestheater (TLT). Zu seinen Partien dort zählen u.a. die Titelpartie in „Le nozze di Figaro“ von Mozart, Mönch in Verdis „Don Carlos“, Brighella in Wagners „Liebesverbot“, Carl Magnus in Sondheims „Lächeln einer Sommernacht, Kuno und Eremit in „Der Freischütz“, Grenvil in „La Traviata“ und Le Medecine in „Pelleas e Melisande. Im Februar letzten Jahres sprang er erfolgreich in Bregenz als Kuno in Webers „Freischütz“ (D.: Dietfried Bernet) ein. Im Februar und März 2009 gab er im Rahmen einer Tournee durch Spanien und Portugal den Frank in der Fledermaus. Bei den Schlossfestspielen Grein 2009 (M.Gaigg) übernahm er den Consalvo in Händels „Armida“.

Singgemeinschaft Enns - St. Valentin

unter der Leitung von Edgar Wolf, bestehend aus:

Ennser Singkreis

Singverein 1919

Chor der Basilika St. Laurenz

Chor der Pfarre St. Valentin

Collegium Ennsegg

unter der Leitung von Christoph Bitzinger

Dirigent: Matthias Giesen

Matthias Giesen stammt aus Boppard/Rhein (*1973). Nach dem Abitur Studium der Fächer Kirchenmusik, Musiktheorie und Hörerziehung/Musikpädagogik in den Jahren 1993-2001, zunächst an der Musikhochschule Köln; im Fach Orgel bei Clemens Ganz und Johannes Geffert, Musiktheorie und Hörerziehung bei Johannes Schild und Friedrich Jaecker. Außerdem Konzertfach Orgel bei Bernhard Haas an der Musikhochschule Stuttgart, sowie Hochschullehrgang Tonsatz nach Heinrich Schenker bei Martin Eybl an der Musik-Universität Wien. Von März 2002-04 interuniversitäres Doktoratsstudium in den Fächern Musikwissenschaft und Philosophie an der Universität Salzburg. Von 1999-2003 Stiftsorganist am Augustiner-Chorherrenstift St. Florian (Bruckner-Orgel) und daneben Tätigkeit im Musikarchiv der Stiftsbibliothek. Mehrere Rundfunk-, CD- und Fernsehaufnahmen (zuletzt für den ORF), rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland; 1998 1. Preis beim Orgelwettbewerb der Fachakademie Bayreuth. Giesen hatte Lehraufträge für die Fächer Tonsatz und Gehörbildung an der Musikhochschule Köln sowie an der Universität Wien; seit Oktober 2003 ist er Dozent für Musiktheorie, Analyse und Gehörbildung an der Musik-Universität Wien; seit 2003 Stiftskapellmeister an der Basilika St. Florian. Zugleich war er Kurator der Orgelkonzerte des Brucknerfestes Linz von 2006-08 und ist seit 2006 künstlerischer Leiter der Florianer Bruckner Tage.

Das Werk

Im Stadtpalais des kunstsinnigen Fürsten Joseph Johann Nepomuk Schwarzenberg in Wien kam es am 30. April 1798 zu einem besonderen musikalischen Großereignis: Die Uraufführung des Oratoriums Die Schöpfung von Joseph Haydn. Der 66jährige Komponist dirigierte selbst Chor und Orchester mit 140-160 Mitwirkenden – mit beiden Händen (was damals eine Seltenheit war, da der Dirigent meist vom Cembalo aus die Aufführung leitete). Bereits 1774 hatte Haydn für die Societät der freyen Tonkunst ein italienisches Oratorium mit dem Titel Il ritorno di Tobia komponiert. Eine wesentliche Rolle für die Entstehung der Schöpfung trägt Baron Gottfried van Swieten, ein einflussreicher aufklärerischer Kunstförderer. Er regt Haydn an, ein biblisches Oratorium zu schreiben. Haydn schlägt ein Libretto vor, welches er in London vom Konzertunternehmer Salomon bereits Anfang der 1790er Jahre erhalten hatte. Es soll von einem nicht nachgewiesenen Autor namens Lidley stammen, welcher den Schöpfungsbericht, Psalmverse und Texte aus John Miltons Epos Paradise Lost vermischt. Van Swieten übersetzt den Text ins Deutsche (nicht ohne selbst einige Veränderungen vorzunehmen und auch Haydn Vorschläge zur musikalischen Ausführung zu machen). Die deutlich von freimaurerischem Gedankengut beeinflusste Übersetzung van Swietens kommt besonders dort zum Ausdruck, wo die Natur im Vordergrund steht und gepriesen wird, wo von der „Mutter Erde“ die Rede ist und darin, wie der Aufbau des Weltengebäudes dargestellt wird. Die gesamte Handlung erzählt von der Entstehung der Welt vor dem Sündenfall, es wird der Idealzustand eines „goldenen Zeitalters“ geschildert.

Die ersten beiden Teile schildern die sechs Schöpfungstage, der dritte Teil beschäftigt sich einzig mit dem Menschen und seinem Leben im Paradies.

Kaum ein anderer Komponist des 18. Jahrhunderts verfügte über eine derartig ausgezeichnete Erfahrung hinsichtlich Instrumentation und Orchesterbehandlung wie Haydn, der 30 Jahre lang als Kapellmeister und Hofkomponist in Eszterháza wirkte. In der Schöpfung zeigt er besonders in der Instrumentierung der orchesterbegleiteten Rezitative seine Experimentierfreudigkeit, vor allem in der klangmalerischen Schilderung von Naturbildern. Eine Besonderheit ist die „Vorstellung des Chaos“ am Anfang, hier reizt Haydn die tonale Sprache durch Chromatik und entlegene Modulationen bis an den Rand der tonalen Einheit aus.

Der überwältigende Erfolg der Uraufführung sorgte für weitere Aufführungen in den folgenden Jahren. Sehr schnell verbreitete sich der Ruf dieses neuen und bedeutenden Oratoriums in der Donaumonarchie und in ganz Europa. Bis heute zählt Haydns Schöpfung zu den bedeutendsten Werken dieser Gattung und setzt die Tradition des Händelschen Oratoriums fort.

Matthias Giesen

Reise nach Verona

von Donnerstag, 11. Juni, bis Sonntag, 14. Juni 2009

Von 11. bis 14. Juni 2009 unternahm der Chor der Pfarre eine mehrtägige Reise nach Verona. Bereits früh morgens um 06:30 Uhr ging es los - mit dem Autobus bis direkt vor das Hotel in Verona.

Nach dem Bezug der Zimmer und einem kurzen Spaziergang in Verona wurde noch eine kurze Probe eingeschoben, bevor dann bei einem gemütlichen Abendessen der Tag ausklingen konnte.

Am 12. Juni stand eine ausgiebige Besichtigung Veronas mit Führung auf dem Programm, unter anderem mit der Besichtigung der berühmten Arena sowie weiteren Sehenswürdigkeiten Veronas.

Piazza Bra

Arena

Auch die Akkustik wurde ausprobiert.

Haus der Julia

Piazza delle Erbe

Außerdem wurde am Abend auch wieder geprobt - sollte doch am Samstag und Sonntag eine Messe gestaltet werden.

Am 13. Juni wurde ein Ausflug in die nähere Umgebung unternommen - nach Soave mit einer Besichtigung der Cantina di Soave sowie der Ölmühle Ballarini Giorgio in Cazzano di Tramigna.

Am Abend wurde dann in der Kirche Santa Maria in Organo die Abendmesse gestaltet.

Am 14. Juni wurde vormittags wieder eine Messe in Santa Maria in Organo gestaltet. Im Anschluss fand eine Führung statt, bei der die besonders reichhaltigen Intarsien, Schnitzereien und Malereien im Chorgestühl der Kirche sowei der Sakristei bewundert werden konnten.

Santa Maria in Organo

Sakristei von Santa Maria in Organo

Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffe und Kuchen wurde schließlich die Heimreise angetreten.

Letzte Stärkung vor der Heimreise